
Herausragendes Engagement für Patienten
Bayerischer Gesundheitspreis 2011 geht
an Herrn Dr. med. Siegfried Jedamzik und den GO IN e.V.
Dr. med. Siegfried Jedamzik, 1. Vorsitzender des GO IN e.V. wurde am 20.10.2011
in einer feierlichen Zeremonie in München in der Kategorie „e-Doktor für eine
bessere Patientenversorgung“ für das Projekt „GO IN Regionales
Gesundheitsportal zum Datenaustausch zwischen ambulant und stationären Sektor“
mit dem Bayerischen Gesundheitspreis 2011 ausgezeichnet.
Bereits zum zweiten Mal nach 2010 verlieh die Kassenärztliche Vereinigung
Bayerns (KVB) gemeinsam mit der IKK classics den Bayerischen Gesundheitspreis.
Über 50 Einsendungen bewarben sich für den Bayerischen Gesundheitspreis in den
Kategorien „e-Doktor für eine bessere Patientenversorgung“ und „Kooperation
schafft Innovation“, die beide mit einem Preisgeld von 4.000 € dotiert waren.
Parallel dazu gab es noch zwei Projekte, die mit dem Sonderpreis 2011
ausgezeichnet wurden.
Die
Idee
Ziel des Bayerischen Gesundheitspreises ist es, Projekte zu würdigen und zu
fördern, die auf besonders kreative und innovative Weise zu einer qualitativ
hochwertigen, ambulanten Versorgung in Bayern beitragen. Die Projekte müssen
nachhaltigen Nutzen stiften, nach den Kriterien der Wirtschaftlichkeit
umgesetzt werden und einen Vorbildcharakter für weitere Regionen aufweisen.
Über die Preisvergabe entscheidet eine unabhängige Jury.
Geehrt werden Ärzte, die sich weit über ihre vertragsärztlichen Pflichten für
ihre Patienten einsetzen und so die ambulante Versorgungslandschaft in Bayern
mitgestalten. Die Schirmherrin, und ehemalige Staatsministerin a.D. Frau
Christa Stewens hob bei der Preisverleihung den enormen persönlichen Einsatz
und den Idealismus der Preisträger hervor und bedankte sich bei allen
Beteiligten für die hervorragenden „Leuchtturmprojekte“.
Preisträger GO IN e.V. und Dr. med.
Siegfried Jedamzik
In der Kategorie „e-Doktor für eine bessere Patientenversorgung“ entschied
sich die Jury für das Projekt: „GO IN –
Regionales Gesundheitsportal zum Datenaustausch zwischen ambulanten und
stationärem Sektor“ unter der Leitung von Dr. med. Siegfried Jedamzik, 1.
Vorsitzender des GO IN e.V.
Einer der Gründe für die Auszeichnung war, dass das Praxisnetz GO IN e.V. wegweisende
technologische Ideen zur verbesserten Patientenversorgung aufweist, die von Ärzten
maßgeblich gestaltet und umgesetzt wurden. So hat das Praxisnetz GO IN seit
seiner Gründung im Jahr 2000 nicht nur einen Patientenpass eingeführt, sondern
betreibt auch drei Notfallpraxen in der Region und Anlaufpraxen, die auch zu
Unzeiten besetzt sind. Nach Ansicht der Juroren waren diese Projekte in der
Vergangenheit Meilensteine, um die Patientenversorgung in der Region
effizienter, aber auch wirtschaftlicher zu gestalten.
Doch damit nicht genug! Viele Projekte im Bereich eHealth sind bisher noch in
den Startlöchern. Das Ärztenetzwerk GO IN hat jedoch bereits eine erhebliche
Zahl von Ideen in die Tat umgesetzt. Aufbauend auf einen Patientenpass für GO
IN Patienten, der bereits im Jahr 2000 eingeführt wurde und in dem alle
relevanten Diagnose- und Behandlungsdaten festgehalten werden, findet
mittlerweile zwischen den Leistungsanbietern ein Informationsaustausch statt,
der zunehmend elektronisch basiert ist.
Dadurch kann im Notfall beispielsweise
das Klinikum Ingolstadt, mit dem der GO IN e.V. eng kooperiert, schnell auf
wichtige Informationen zurückgreifen und so die Besonderheiten in der
Krankengeschichte des Patienten berücksichtigen. Das Klinikum Ingolstadt stellt
die technische Struktur zur Verfügung und die Ärzte des Netzes und die
Patienten kommen in den Genuss einer zentralen, digitalen
Kommunikationsstruktur. Zeitverluste, unnötige Untersuchungen und unkoordinierte
Verordnungen können dadurch vermieden werden.
Die Integration von weiteren regionalen
Akutkrankenhäusern und Rehakliniken in das bestehende Netz ist bereits geplant.
Dr. Jedamzik: „Unser Ziel ist in nicht allzu ferner Zukunft ein Datenaustausch in
der kompletten Region zum Nutzen aller Patienten.“ Am innovativen Beispiel des
Praxisnetzes GO IN e.V. wird offensichtlich, dass sich medizinische Qualität
und wirtschaftliches Handeln mit dem Ziel einer hochwertigen
Patientenversorgung nicht ausschließen, sondern einen qualitativen Nebeneffekt für alle Beteiligten haben. Besonders
beeindruckt war die Jury auch von der Kontinuität und den konsequenten Einsatz
von Dr. med. Siegfried Jedamzik, der das Netz seit seiner Gründung vor elf
Jahren mit innovativen Ideen und Projekten unermüdlich voranbringt.
Die weiteren Preisträger
Neben dem GO IN e.V., vertreten durch Dr. med.
Siegfried Jedamzik, wurde in der Kategorie „Kooperation schafft
Innovation“ das Projekt: „Onkologisches und Palliativmedizinisches Netzwerk
Landshut“ unter der Leitung von Frau Dr. Ursula Vehling-Kaiser ausgezeichnet.
Die beiden Sonderpreise 2011 gingen an das Projekt „Young Stars – gemeinsam
abnehmen in einer Gruppe“ und an das Projekt „Innovation im Verbund –
Integrierte regionale Vollversorgung im Gesundheitsnetz QuE.
Man darf gespannt sein, mit welchen innovativen Ideen und Projekten die
bayerischen Ärzte und Ärztenetzwerke sich im nächsten Jahr beteiligen werden.
Dann werden die Preise nämlich in den folgenden Kategorien vergeben:
1) Hilfe zur Selbsthilfe – wie Ärzte ihre Patienten in die richtige Richtung
lenken können.
2) Hand in Hand – wie Delegation und Substitution zwischen Arzt und Personal
funktionieren kann.
3) Auch als Angehörige gut betreut.

Gemeinsamer Bericht der KVB und des Praxisnetzes GO IN
Positive Resonanz auf Vorhaben zum Gesundheitskonto
Das Vorhaben, über ein Gesundheitskonto für die Versicherten mehr Transparenz ins Gesundheitssystem zu bringen und den Ärzten zugleich mehr Planungssicherheit in Sachen Honorar zu geben, stößt auf positive Resonanz. Das war das Fazit einer Veranstaltung, zu der die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) und das Praxisnetz GO IN am vergangenen Mittwoch (20. Juli 2011) interessierte Netzärzte und Praxismitarbeiter aus dem Raum Ingolstadt eingeladen hatten. Im Rahmen der rund eineinhalbstündigen Veranstaltung mit knapp 100 Teilnehmern wurden der derzeitige Planungsstand des ambitionierten Vorhabens erläutert und Fragen durch die am Projekt Beteiligten beantwortet.
Die Zielsetzung erläuterte die zweite stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KVB, Dr. Ilka Enger. So ginge es darum, den Ansatz einer fairen, transparenten Vergütung ärztlicher Leistungen mit dem Anspruch der Patienten auf eine umfassende medizinische Betreuung zu vereinbaren. Der Weg dahin führe über mehr Eigenverantwortung für alle Beteiligten, wie der Leiter des Kieler Instituts für Mikrodaten-Analyse, Dr. Thomas Drabinski, erklärte. Er hatte das zugrunde liegende Konzept maßgeblich gestaltet und unterstützt derzeit ein Projektteam bei der KVB um Dr. Ilka Enger bei der Anpassung auf die bayerischen Gegebenheiten. Im Kern geht es dabei darum, dass für jeden teilnehmenden Versicherten bei seiner Krankenkasse ein individuelles Gesundheitskonto geführt wird, das bei Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen belastet wird. Über die Kontobewegungen erhält der Versicherte regelmäßig einen Kontoauszug. Die Abrechnung dieser Leistungen erfolgt nach der Gebührenordnung Ärzte (GOÄ). Der Vorsitzende des Praxisnetzes GO IN, Dr. Siegfried Jedamzik, sagte in seinem Grußwort, dass die Mitglieder des Netzes stets offen für Innovationen seien und dass das Modell aus seiner Sicht die Möglichkeit biete, wirklich Transparenz in die schwer zu durchschauenden Geldflüsse im Gesundheitswesen zu bringen.
Die Teilnehmer der Veranstaltung zeigten sich an den detaillierten Ausführungen zu dem Konzept ebenso interessiert wie an der Erläuterung zum Vergleich der Honorierung von Leistungen nach GOÄ sowie nach Einheitlichem Bewertungsmaßstab (EBM). Die Projektleiterin bei der KVB, Sandra Ruzicka, stellte dar, dass dieser Vergleich, der in zahlreichen Praxen von GO IN-Mitgliedern derzeit läuft, für die weitere Umsetzung des Vorhabens von großer Bedeutung ist. In der anschließenden Fragerunde wurde insbesondere das Gesundheitskonto als zentraler Bestandteil des Vorhabens kritisch unter die Lupe genommen. Allgemein wurde positiv angemerkt, dass mit diesem Vorhaben die Rahmenbedingungen für die ärztliche Tätigkeit substantiell verbessert werden könnten und dass dies sowohl bei den Ärzten und ihren Praxisteams als auch bei den Patienten wieder zu einer größeren Zufriedenheit führen würde.
Ansprechpartner:
Pressestelle der KVB, Elsenheimerstr. 39, 80687 München, Tel. 089 57093 2192,
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Bericht hier downloaden: Dokument (PDF)